Hintergrund und Inhalt

Vorlage für The Crucible", auf deutsch "Hexenjagd" (1953), sind die Salemer Hexenprozesse von 1692. Diese sind in die Geschichte eingegangen als ein besonderes Kapitel der Hexenverfolgung, denn sie basierten lediglich auf den Aussagen einiger junger Mädchen, die sich selbst zum Beweis für „befallen“ erklärten. Die Richter und Geistlichen, die ihnen Glauben schenkten, führten eine Reihe von Verhören durch und verurteilten letztlich 19 Personen zum Tod durch den Strang.
Obwohl diese Anzahl von Opfern im Vergleich zu den europäischen Dimensionen des Hexenwahns gering ist, ist der Salemer Hexenprozess historisch besonders interessant: Nicht aufgrund des katholischen „Hexenhammers“, sondern im protestantisch-puritanischen Umfeld reagierten hier gebildete Richter auf haltlose Beschuldigungen, hysterische Selbst-Bezichtigungen und kollektive Wahnvorstellungen und Verleumdungen. Waren es persönliche Racheakte oder haben sich die jungen Mädchen aus Massachusetts selbst suggeriert, besessen zu sein? Historiker haben diese Frage nie ganz lösen können, der Dramatiker Arthur Miller bietet eine Deutung an.

Miller hat den historischen Stoff gründlich recherchiert und aufgearbeitet, Zeitgenossen haben jedoch sofort verstanden, dass der kritische Autor mit der Wahl des Themas indirekt die Kommunistenjagd unter McCarthy und jede Art von modernem Massenwahn angreifen wollte.
1692 in Salem:
Das junge Mädchen Abigail trifft sich in Vollmondnächten mit ihren Freundinnen aus der Stadt. Gemeinsam
vollführen sie Tänze und Beschwörungen. Da Abigail in den Farmer John Proctor verliebt ist, dieser aber seiner Frau treu ist, versucht Abigail, ihre Widersacherin durch Zauberformeln zu töten. In
einer Nacht des Frühjahrs 1692 werden die jungen Mädchen bei ihren Tänzen und Beschwörungen entdeckt. Parris, der Pfarrer der Stadt, der die Mädchen bei ihrer heimlichen Zusammenkunft erwischt,
überzeugt Ratsherren und die Gemeinde davon, dass hier der Teufel am Werk sei.
Da die Mädchen Angst haben und sich ihr unrechtmäßiges Verhalten nicht eingestehen wollen, fangen sie an, Leute aus der Gemeinde der Hexerei zu beschuldigen. Ihnen wird sofort Glauben geschenkt und
schnell entwickelt sich Salem zu einer Stadt, in der Menschen gejagt und eingesperrt werden.
Eine „Feuerprobe“ (=Crucible) ist es nicht nur für die angeblichen Übeltäter, sondern genauso für die Richter, die Beurteilenden, wie sie mit den Anschuldigungen umgehen.
Unsere Umsetzung:
Moderne Hexenjagden funktionieren über Mobbing und Bullying. Einzelne werden ausgegrenzt, „verhetzt“, zum Buhmann abgestempelt. Mitläufertum und Angst kennzeichnen diese Prozesse heute wie damals.
Schülerinnen und Schüler des Freigegenstandes Schulspiel setzen Arthur Millers „Hexenjagd“ um in ihren Alltag: Salem und Salzburg werden auf der Bühne vergleichbar.
Den historischen Dimensionen der Hexenjagd widmet sich ein Ausstellungsprojekt, an dem sich mehrere Klassen künstlerisch-kreativ bzw. dokumentarisch beteiligen.
Das Ergebnis des Gesamtprojektes „Hexenjagd“ wird in den letzten Schulwochen präsentiert.
Wir danken der RAIKA, dem Österreichischen Kulturservice sowie dem Elternverein der BHAK I für die finanzielle Unterstützung des Projekts.
tHEATergruppe

